10. Juni 2019
Wir hatten bis vor kurzem einen fleißigen Kanzleramtsminister, der als Nebennebennebenjob auch für die Kulturbelange zuständig war. Aber er hatte Gottseidank Beamte, die das brav für ihn hinkriegten. Jetzt haben wir einen Bundespräsidenten, den man öfter interessiert auf Ausstellungen und Kunstmessen trifft. Und seit kurzem eine Bundeskanzlerin, die angeblich eine Kunstsammlerin ist. Die sich aber beide nicht einmal ein bissl schämten, dass sie dem neuen Übergangs-Außenminister die...
10. Juni 2019
Ein Egogehabe ist tierischer und menschlicher Usus. Also normal. Dazu gibt’s dann noch verschiedene Steigerungen und Übersteigerungen. Die Wiener Galerienszene siedelt sich gern bei übersteigert an. Jetzt fühlt sich die Galerie Thoman ein bissl von den „geschätzten KollegInnen“ gemoppt, weil sie seit drei Jahren vom Zulassungskomitee zur Vienna Contemporary als Teilnehmer abgelehnt wurde. Gekränkt reagiert Thoman mit einem offenen Brief. Eine zweimalige Ablehnung wird schon sensible...

10. Juni 2019
Nicht, dass es nichts zu berichten, erzählen, glossieren gegeben hätte. Aber ich war einfach unwillig. Und nicht bereit zu hinterfragen. Was bringts, wenn ich glossig Stellung nehme, dass ein Kulturblödsinn oder Kulturhighlight passiert ist? Wissen wahrscheinlich eh viele andere auch. Also so what. Ist es wirklich glossenwichtig, wenn ich erzähle, warum mich was berührt oder erfreut oder geärgert hat? Aber in den letzten Monaten bin ich einfach draufgekommen, dass mir etwas gefehlt hat...
21. November 2018
Prinzipiell, auch wenns manche/viele nicht hören wollen – aus Sicht der Kunst kommt kein Begriff ohne dem unheiligen anderen aus. Wann ist Kunst kein Kitsch oder doch Kitsch? Und wer entscheidet das – die sogenannte kulturpolitische Fachfrau, der Kurator der glaubt, das sogenannte Fachwissen gepachtet zu haben? Die Galeristen? Die Sammlerinnen? Oder die sich selbst schmeichelnden Kunstliebhaber? Was aber ist Kitsch? – eine vage Definition? Eine gefestigte Meinung/Empfindung jedes...

11. November 2018
Also gut – er ist ein sogenannter Weltkünstler. Steht bei Rankings ganz oben. Mit einem doch auch beachtlichen Oeuvre. Seine Werke erzielen nicht nur deshalb gehypte Millionen-Preise. Aber er schimpft ohnehin immer wieder brav und aufgeregt über diese Ausuferungen. Mit Recht würd ich sagen. Und dann das: Im aktuellen Dorotheumskatalog wird eine geprintete „Betty“ angeboten. Diesmal als ordinärer Offset-Druck aus 2014 und als „a proof aside from the 1991 edition“. Unnummeriert...
04. Juni 2018
Es gibt viele Ausstellungen, die ich sehen will. Und dann oft doch nicht sehe. Ich kann mir ja nicht alles anschauen. Dann wär ich ja nur noch in Ausstellungen zu finden. Aber dann gibt’s noch Ausstellungen, die ich einfach sehen mussss!! Spätestens knapp vor Ende. Also fahren wir schnell nach München zu Paul Klee. Ein Künstler, der mich glücklich macht. Soll einem ein Künstler glücklich machen? Mich schon. Glück mit Kunst ist wesentlich. Es bedient alle Sinne und massiert die Seele....

10. Mai 2018
Zehnmal waren wir auf der Art Austria dabei. Heuer mit einer für uns konsequenten und stimmigen Präsentation. ESSENZIELL – Bedeutsame Zeichnungen. Und jede dieser Zeichnungen war „umhaust“ mit dem unserer Meinung nach passenden Passepartout und richtigen Rahmen. Daraus entwickelten sich viele interessante Gespräche mit gar nicht so wenigen Liebhabern der Zeichnung. Einige wichtige Zeichnungs-Sammler fanden unsere Präsentation für Sie zwar unwichtig – denn ihre erworbenen Arbeiten...
04. März 2018
Es ist jetzt sicher schon 10 Jahre her, dass ich in einer Glosse fragte, warum immer mehr Galeristinnen und Galeristen ihre Ausstellungen mit der Peinlichkeit „curated by …“ legitimierten.Ich wollte damals wissen, warum sie sich in den eigenen Räumen kein eigenes Kunstverständnis mehr zutrauen, warum sie eine Rechtfertigung für ihr Engagement benötigen. Oder weil sie es einfach nur machen und kurzsichtig annehmen, dass eine kuratierte Ausstellung eher verkaufsfördernd ist. Natürlich...

01. März 2018
#MeToo – ich würd sagen, von toll bis immer peinlicher. Zuerst ein unerträglicher, fieser Anlass, dann ein rasanter globaler medialer Schulterschluss mit absolut notwenigen „Endlich“-Aufdeckungen. Mehr oder weniger beweissicher. Aber dann werden angeprangerte Schauspieler aus fertigen Filmen geschnitten. Die ersten Verwunderungen, Unverständnisse artikulieren sich. Auch im Netz. Auch medial. Und dann beginnen die ersten Skurrilitäten. Studentinnen verlangen die Übermalung eines...
21. November 2017
Diesen Montag wurde in der Tageszeitung Die Presse gejubelt: „Der Kunstmarkt hat wieder Aufwind“. Denn der Vielleichtwahrscheinlichodernichtleonardo hat in einer Versteigerung 450 Mio. Dollar erreicht. Das teuerste Bild aller Zeiten. „Und der Zenit meiner Karriere“, wie der selbstgerührte Auktionator über sich sagt. Wertsteigerung seit 2013 400 Prozent. Ist das nicht toll. Und dieses hybriddepperte Ergebnis wurde in dem Artikel nicht nur bewundert, sondern zog auch gleich weitere...

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