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Hannes Mlenek, Darbietend
Aus der Serie Annäherung
1997/1998
Kohle auf Zeichenpapier
30 x 40 cm

 
Hannes Mlenek, Der Kuss
Aus der Serie Anatomie
1998/1999
Kohle, Tusche auf Museumskarton
57 x 37,5 cm

 
Hannes Mlenek, Eros und Psyche VIII
Aus der Serie Eros und Psyche
2005
Kohle, Farbstift auf Hahnemühlepapier
29,5 x 41,5 cm

Hannes MLENEK
"Eros aus erster Hand"

Zeitgleich zur Kunstforum-Schau Eros in der Kunst der Moderne eröffnet die Galerie Lang Wien am 1. März die Ausstellung "Eros aus erster Hand" mit Zeichnungen von Hannes Mlenek.
Mlenek, der in den frühen 70er Jahren Gasthörer beim kürzlich verstorbenen Adolf Frohner war, ist Mitglied des Wiener Künstlerhauses. 1987 widmete ihm die Albertina eine große Personale. Kunstwerke Mleneks sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen, wie z. B. der Albertina, dem MUMOK, der Sammlung Essl, dem Rupertinum, dem Lentos Museum, usw. vertreten.
Für die Galerie Lang Wien ist dies bereits die sechste Zusammenarbeit mit Hannes Mlenek, dessen Zeichnungen von der Galerie auch auf der viennAfair 2007 präsentiert werden. Im Rahmen des heurigen Themenschwerpunktes Meisterzeichnung zeigt die Galerie Lang Wien in dieser Ausstellung erotische Arbeiten aus der Zeit von 1987 bis heute. Zahlreiche Zeichnungen sind im 2006 erschienenen Buch des Künstlers "Dynamik des Körpers" abgebildet.

Hans Jürgen Heinrichs schreibt in diesem Buch über Mleneks Zeichnungen:

... sie sind Multiplikationen des eigenen Körpers, transsexuelle Verwandlungen, erotische Exerzitien in verwirrenden Transformationen. Verwirrend, weil alle eingespielten Wahrnehmungsformen von Geschlechtlichkeit durcheinander gewirbelt werden: Der Mann als Frau, die Frau als Mann, ein Körper als zwei Körper, ein Oberkörper mit einem um 90° verdrehten Kopf und vier oder mehr ineinander verschlungenen Beinen; molluskenhafte Verschlingungen, bei denen aus einem Körper viele Körper herauswuchern, stets in bestechender, zuweilen unheimlicher Klarheit und Präzision. Arrangement, in denen die Grenzen des menschlichen Körpers zu anderen Wesen irritiert und aufgelöst werden. Solche Verschlingungen, Metamorphosen und Transformationen in einem wilden und doch auch geordneten und strukturierten Raum der Fantasien spielen sich bei Mlenek stets in den Schichten des Bildes und des skulpturalen Bildes ab.
Biologie, Sexualität, Erotik werden von Mlenek nicht illustriert, sondern gestaltend erforscht. In dieser grafischen und malerischen Recherche werden der menschliche Körper und seine Expressivität neu erfahrbar. Gegen die Tendenz, Kunstwerke auf "Inhalte" zurückzuführen, auf solche, die Wissenschaften so oder so erklären, ist es wichtig, umgekehrt die Kraft des Kunstwerkes für das Erkennen der Wirklichkeit und für die Korrektur des von den Wissenschaften Erkannten herauszustellen.
Natürlich, fraglos, die Ethnologie und Psychoanalyse können uns manche Aufschlüsse über die Zeichen und Symbole in Mleneks Bildern geben. Aber es wäre verfehlt, das Verstehen der Bilder von dem ethnologischen und psychoanalytischen Erklären abhängig zu machen. Viel richtiger wäre es, von Resonanzen zu sprechen: Resonanzen zwischen dem, was auf der gesellschaftlichen, kulturellen Ebene in Form von Initiationsriten abläuft (Geburt, Lebensalter, Sexualität, Tod), und Initiationen auf der Ebene des individuell Erlebten
.

Info:
Hannes Mlenek - Eros aus erster Hand, 1. März bis 20. März 2007
Vernissage: 1. März 2007, 18-21 Uhr

Galerie Lang Wien
Seilerstätte 16
galerie-lang-wien@netway.at
Tel.: +43 1 512 20 19

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 12:00 - 18:00 Uhr
Samstag: 11:00 - 16:00 Uhr